Schultergelenk mit Bandapparat, Quelle: Wikimedia Commons

Medizinische Erklärung

Die Schulterinstabilität ist gekennzeichnet durch die wiederkehrende Verrenkung des Schultergelenkes. Nach ihrer Ursache werden drei Arten der Instabilität unterschieden.

Die atraumatisch-rezidivierende Instabilität

Bei dieser Form der Instabilität ist das gesamte Bindegewebe des Körpers und speziell des Kapselbandapparates der Schulter lax, so dass der Oberarmkopf zu viel Spiel in der Gelenkpfanne hat und ohne jede Gewalteinwirkung aus dieser Gelenkpfanne herausspringen kann (Luxation). Häufig kommt es durch wiederholte Mikrotraumen in Verbindung mit einer Kapsellaxität zur Entwicklung einer Schulterinstabilität. Eine Sonderform stellt die willkürliche Instabilität dar. Dabei kann der Betroffene sogar willentlich die Schulter aus ihrer Pfanne luxieren (sog. willkürliche Instabilität). Diese Arten der Schulterinstabilität bedürfen in der Regel eines intensiven krankengymnastischen Trainingsprogramms. Eine operative Korrektur kommt nur in Ausnahmefällen in Frage.

Die posttraumatisch rezidivierende Instabilität

Sie ist die häufigste Form der Gelenkinstabilität und entsteht durch eine Verletzung der Kapsel und Gelenklippe bei einer unfallbedingten Luxation des Armes. Dadurch werden typischerweise die Bänder und das sogenannte Labrum glenoidale vom Gelenkpfannenrand abgeschert und die Gelenkkapsel wird überdehnt oder reißt ein. Danach kann es zu einem unvollständigen Anwachsen des Kapselbandapparates am Gelenkrand kommen, sodass eine Instabilität entsteht und die Schulter ohne erneuten Unfall oder bei geringsten Anlässen spontan aus der Pfanne luxieren kann.