Hüftgelenksarthrose

  • Erklärung

    Die Hüftgelenkarthrose gehört zu den häufigsten degenerativen Gelenkerkrankungen. Sie ist gekennzeichnet durch zunehmende Belastungs- und Anlaufschmerzen im Leisten- und Oberschenkelbereich. Hüftgelenkserkrankungen in der Kindheit, Fehlstellungen oder auch entzündliche Gelenkerkrankungen (Rheuma) können eine Ursache der Hüftarthrose sein. Auch Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht, schwere körperliche Beanspruchung oder eine familiäre Häufung stellen Risikofaktoren für das Auftreten einer Hüftarthrose dar. Frauen sind häufiger betroffen als Männer

  • Diagnostik

    Neben der Erhebung der Vorgeschichte, dem Erfragen typischer Beschwerden und der körperlichen Untersuchung der Hüfte und der angrenzenden Wirbelsäule und Gelenke stellt das Röntgenbild das wichtigste diagnostische Instrument dar. Weiterführende bildgebende Verfahren (MRT, CT) sind bei speziellen Fragestellungen nur sehr selten zur Diagnosestellung notwendig.

  • Konservative Therapien

    Allgemeine Maßnahmen sind die Aufklärung des Betroffenen über die Erkrankung, deren natürlichen Verlauf und mögliche Behandlungsmethoden.

    Die medikamentöse Therapie beinhaltet in erster Linie die Gabe schmerzstillender, entzündungshemmender Medikamente. Seltener ist der Einsatz stark wirksamer Schmerzmittel (Opiate) notwendig. Der Sinn der Verwendung sog. Symptomatika, Vitaminpräparate oder Phytotherapeutika ist umstritten. Intraartikuläre Injektionen von Kortisonpräparaten sind vorübergehend gut wirksam, ihre Anwendung sollte allerdings auf 4 Injektionen pro Jahr begrenzt werden (Empfehlung des American College of Rheumatology).

    Durch eine physiotherapeutische Behandlung kann bei einer Hüftgelenkarthrose die Schmerzsituation, die Beweglichkeit und die Trophik der Muskeln durch Gang-, Haltungs- und Koordinationsschulung sowie durch Muskelaufbau verbessert werden. Eine Schuhversorgung mit Pufferabsätzen vermindert durch eine verbesserte Dämpfung die Belastung auf Hüft- und Kniegelenk

  • Operative Therapien

    Bei der operativen Behandlung der Hüftarthrose werden gelenkerhaltende und -ersetzende Verfahren unterschieden. Gelenkerhaltende Verfahren wie z.B. eine Hüftumstellung oder ein korrigierender Eingriff an der Hüftpfanne können bei jüngeren Arthrosepatienten und in Anfangsstadien der Erkrankung sinnvoll sein. Diese Operationen dienen der Korrektur von Fehlstellungen eines oder beider Gelenkpartner, um die mechanische Beanspruchung im Hüftgelenk zu verbessern und damit das Fortschreiten der Arthrose ggf. zu verzögern. In aller Regel wird damit gleichzeitig eine Reduktion der Schmerzen erreicht. Mit zunehmendem Arthros-estadium und Alter sinken allerdings die Erfolgschancen dieser Operationsverfahren.

    In den letzten Jahren gewinnt die arthroskopische Behandlung des Impingementsyndroms der Hüfte zunehmend an Bedeutung. Ziel ist dabei durch eine Abtragung mechanisch störender Knochenzacken und knöcherner Überstände das frühzeitige Auftreten einer Hüftgelenkarthrose zu verhindern.