• Erklärung

    Unter einem Hallux rigidus versteht man eine schmerzhafte Einsteifung des Großzehengrundgelenkes, bedingt durch eine Arthrose. Die Schmerzen treten vor allem beim Abrollen des Fußes als Funktionsschmerz auf.Häufige Ursachen eines Hallux rigidus sind eine angeborene Verlängerung des ersten Mittelfußknochens (hierdurch entsteht eine chronische Überlastung des Gelenkes beim Abrollen des Fußes) oder Stoffwechselstörungen, z.B. chronische Harnsäureerhöhung (Hyperuricämie)

  • Diagnostik

    Die typischen Beschwerden beim Abrollvorgang des Fußes sowie die bei der Untersuchung feststellbare schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes weisen bereits auf die Diagnose. Zusätzliche Röntgenaufnahmen des Gelenkes sind zur Diagnosesicherung erforderlich. Weiter sollten Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer Stoffwechselstörung durchgeführt werden.

  • Therapie

    Bei leichter Ausprägung kann mit Schuhzurichtungen oft ausreichende Beschwerdefreiheit erzielt werden. Hierbei wird eine sogenannte quere Rolle als Abrollhilfe in die Schuhsohle eingearbeitet.

    Bei stärkeren Ausprägungsgraden der Arthrose müssen operative Verfahren zur Anwendung kommen. Bei der Cheilektomie, die bei noch ausreichend erhaltener Beweglichkeit des Großzehengrundgelenkes durchge-führt werden kann, werden fußrückenseitige Anteile des ersten Mittelfußköpfchens und der Basis des Grundgliedes abgetragen. Es kommt somit zu einer Erleichterung des Abrollvorganges, da keine störenden knöchernen Anbauten mehr vorliegen.

    Bei fortgeschrittenen Arthrosen kommen andere Operationsverfahren zur Anwendung. Die in Deutschland am häufigsten durchgeführte Operation ist die Resektionsarthroplastik nach Keller-Brandes. Hierbei wird etwa ein Drittel des Grundgliedes der Großzehe entfernt. Zusätzlich wird der Knochenüberstand des ersten Mittelfußköpfchens abgetragen. Zur Stabilisierung wird durch die Großzehe ein Draht eingebracht, der nach ca. zwei Wochen wieder entfernt wird.

    Die Nachteile dieser Methode sind eine meist deutliche Verkürzung der Großzehe, eine mögliche Bewegungseinschränkung sowie eine Beugeschwäche der Großzehe.

    Eine Alternative zur Keller-Brandes-Operation, vor allem bei jüngeren Männern, ist die Versteifung des Gelenkes (Arthrodese). Hierbei werden sowohl am ersten Mittelfuß-köpfchen als auch an der Basis des Großzehengrundgliedes Knorpelreste entfernt. Beide Knochen werden nun zusammengefügt und durch ein von oben aufgebrachtes Metallplättchen und kleinen Schrauben in einer für den Gehvorgang günstigen Stellung fixiert. Als Nachteile der Arthrodese muss man sehen, dass auch bei korrekt eingestellter Arthrodese ein symmetrisches Gangbild ohne Schuhzurichtung kaum möglich ist. Meist muss eine Abrollhilfe in die Schuhsohle einge-arbeitet werden. Als Spätfolge kann durch die kompensatorische Überstreckung eine schmerzhafte Endgelenksarthrose entstehen.

    Seit mehreren Jahren stehen nun auch Endoprothesen zu Versorgung der Großzehengrundgelenksarthrose zu Verfügung. Verschiedene Materialien werden hier verwendet (Metalle, Polyetylen und Kera-mik). Wegen der relativ kurzen Anwendungszeit stehen noch keine Langzeitergebnisse zur Verfügung, so dass wir der Implantation dieser Endoprothesen bislang noch zurückhaltend gegenüberstehen

Hallux rigidus