• Erklärung

    Die meisten Beschwerden im Bereich des Fußes werden durch die Großzehe verursacht. Durch die Abweichung der Großzehe nach außen in Richtung kleine Zehe (Valgusstellung) und durch das Auseinanderweichen der Mittelfußknochen entsteht der sogenannte Großzehenballen, der je nach Ausprägung unterschiedlich starke Schmerzen verursachen kann.

    Meist zeigt sich in diesem Zusammenhang auch eine Fehlstellung der 2. Zehe (auch weitere Kleinzehen können betroffen sein), die sehr oft als sogenannte Hammerzehe deformiert ist. Diese Zehenfehlstellungen treten meist zusammen mit fortgeschrittenen Spreizfußdeformitäten auf. Durch diese Fehlstellungen entstehen neben kosmetischen Problemen Schwellungen und Hautreizungen, Schwielen und Belastungsschmerzen.

  • Diagnostik

    Auch hier führen die Anamnese (Erfragung der Krankheitsgeschichte), die körperliche Untersuchung des Fußes im Stehen und Liegen und die Röntgenuntersuchung des Fußes unter Belastung zur richtigen Diagnose.

  • Therapie

    Je nach Ausprägungsgrad kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Anwendung:

    • Bei leichter Ausprägung des Großzehenballens bestehen im Regelfall keine wesentlichen Schmerzen und Funktionsstörungen des Großzehengrundgelenkes. Hier genügt meistens die Versorgung des Fußes mit entsprechenden Einlagen. Auch die Versorgung mit korrigierenden Nachtschienen ist möglich, hat sich jedoch in unseren Augen nicht besonders bewährt.
    • Falls jedoch Belastungs- und auch Ruheschmerzen im Bereich des Großzehenballens bestehen, ist ein operatives Vorgehen nicht zu umgehen. Das jeweils für den Patienten geeignete Operationsverfahren richtet sich nach dem Grad der Fehlstellung, wobei vor allem der Winkel zwischen dem 1. und dem 2. Mittelfußknochen eine entscheidende Rolle spielt. Die meisten operativen Korrekturen werden im Bereich des 1. Mittelfußknochens vorgenommen. Hier gilt prinzipiell die Regel, je größer der Winkel zwischen dem 1. und 2. Mittelfußknochen ist, desto weiter körpernah muss die Knochenkorrektur erfolgen.
    • Mittelschwere Fehlstellungen können sehr gut durch die Austin/Chevron-Osteotomie korrigiert werden. Hierbei wird knapp oberhalb des 1. Mittelfußköpfchens eine winkelförmige Durchtrennung des Knochens durchgeführt und das Köpfchen einschließlich der Großzehe Richtung 2. Zehe verschoben. Die beiden Knochenteile werden in dieser korrigierten Stellung mittels Schrauben oder Drähten fixiert. Nach der Operation muss für ca. 6 Wochen ein Vorfußentlastungsschuh getragen werden. Eine Belastung des Fußes im Vorfußentlastungsschuh ist sofort möglich. Nach ca. 6 Wochen ist der Knochen im Regelfall wieder vollkommen belastungsstabil.

    Bei stärkeren Fehlstellungen müssen Korrekturen im Bereich des Schaftes des Mittelfußknochens durchgeführt werden. Es handelt sich hier-bei um eine Z-förmige Durchtrennung des 1. Mittelfußknochens im Bereich des Schaftes. Auch hier wird der körperferne Knochenanteil Richtung 2. Zehe verschoben, um den Winkel zwischen dem 1. und 2. Mittelfußknochen zu verringern.

    Bei beiden Eingriffen (Austin/Chevron-Korrektur und Scarf-Korrektur) werden die Weichteilstrukturen des Großzehengrundgelenkes auf der Kleinzehenseite gelockert, so dass die Großzehe wieder achsengerecht auf das Mittelfußköpfchen gestellt werden kann. Auch bei dieser Korrektur muss für 6 Wochen ein Vorfußentlastungsschuh getragen werden, in dem der Fuß voll belastet werden kann. Nach 6 Wochen ist der Fuß dann im Regelfall wieder voll belastbar.

    Bei noch ausgeprägteren Fehlstellungen kommen in seltenen Fällen noch Korrekturen im Bereich der Basis des 1. Mittelfußknochens in Frage, wobei hier durch Entnahme eines Knochenkeils oder durch bogenförmige Durchtrennung des Knochens mit anschließendem Schwenken des Schaftes Richtung Kleinzehe eine ausreichende Korrektur der Fehlstellung erzielt werden kann. Auch hier erfolgt die Fixation durch Schreiben oder durch Drähte. Die oben aufgeführten Operationsmöglichkeiten setzen voraus, dass das Großzehengrundgelenk noch ausreichend gut erhalten ist und keine wesentliche Verschleißerscheinung (Arthrose) vorliegt. Falls zusätzlich zur Fehlstellung der Großzehe eine Arthrose am Großzehengrundgelenk vorliegt, müssen andere Operationsverfahren zur Anwendung kommen. Falls Sie unter einer Fehlstellung der Großzehe leiden sollten, scheuen Sie sich nicht, uns hieraufhin anzusprechen. Wir werden dann nach einer Untersuchung des Fußes eine Röntgenaufnahme anfertigen und das für Sie geeignete Behandlungsverfahren mit Ihnen besprechen

Hallux valgus