• Erklärung

    Die durch die anatomische Enge hervorgerufenen subacromialen und subkorakoidalen Einklemmungen sind die häufigste Ursache von Schulterschmerzen. Das Impingementsyndrom beschreibt den Zustand der Einklemmung der periartikulären Weichteile - meist der Sehne des M. Supra-spinatus, aber auch der Sehne des M. Infraspinatus sowie der langen Bicepssehne - bei Abduktion und Innenrotation des Armes zwi-schen Tuberculum majus und minus und dem von Acromionunterrand, Coracoid und Lig. coracoacromiale gebildeten Fornix humeri.

     

    Ätiologie

    Man unterscheidet äußere Ursachen (Schultereckgelenksosteophyt, Knochensporn unter dem Acromion, Fehlstellung) und innere Ursachen (Sehnenschwellung, Schleimbeutelentzündung, Sehnenschaden, Kalkeinlagerung in die Sehne).In der Regel wird ein Impingementsyndrom durch Überanstrengung oder Abnutzung verursacht. Ein unfallbedingtes Impingement-syndrom ist selten

  • Diagnostik

    Die Diagnostik stützt sich auf die Befragung zu Dauer und Auslöser der Beschwerden sowie eine Allgemeinanamnese (sonstige Erkrankungen, Medikamentenanamnese) und eine Untersuchung des Schultergelenkes und der angrenzenden Gelenke. Spezielle Provokationstests können die Verdachtsdiagnose erhärten. Der subacromiale Infiltrationtstest führt durch das Einspritzen von lokalen Betäubungsmitteln in den gereizten Schleimbeutel zu einer vorübergehenden Schmerzreduktion und kann so die Richtigkeit der Diagnose bekräftigen (diagnostische Lokalanästhesie). An technischen Untersuchungen kommen in erster Linie die Ultraschalluntersuchung und ein Röntgenbild in Frage. Bei hartnäckigen Beschwerden oder Unklarheiten kommt auch eine Kernspintomografie zum Einsatz.

  • Therapie

    Primär werden Impingementsyndrome mit den Zielen Schmerzbefreiung, Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit und Beseitigung schmerzhafter Muskelverspannungen nicht operativ behandelt. Dazu zählen die medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Wirkstoffen, Infiltrationen, Krankengymnastik, Massage, Querfriktionen und Ultraschall.Ist die konservative Behandlung über einen Zeitraum von 3 Monaten erfolglos, kann eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) und arthroskopische Operation erfolgen. Allgemein hat sich die Akromioplastik nach Neer durchgesetzt. Sie besteht aus einer Durchtrennung des Lig. coracoacromiale, der Abtragung einer überhängenden Akromionspitze, einer Schleimbeutelentfernung und der Entfernung störender Knochensporne. Begleitende intraartikuläre Schädigungen können ebenfalls mitbehandelt werden.Wir führen diesen Eingriff unter ambulanten oder stationären Bedingungen im Krankenhaus Eggenfelden durch. Einen Überblick über die operativen Eingriffe, die durch unsere Fachärzte in den letzten Jahren durchgeführt werden, finden Sie hier (als PDF).

    Nachbehandlung

    Nach einer kurzen Ruhigstellungphase im Gilchristverband beginnt die Krankengymnastik, um die Mobilität zu erhalten und eine Muskelatrophie zu vermeiden. Eine längere Ruhigstellung ist nicht erforderlich, allerdings sollten Überkopftätigkeiten in den ersten drei Wochen vermieden werden. Diese Vorgehensweise sichert eine gute Prognose.

Impingementsyndrom