• Erklärung

    Die Kreuzbandverletzung stellt eine der häufigsten und eine schwere Kniegelenksverletzung dar. Die häufigsten Kreuzbandverletzungen treten im Fußball, Skilauf und Handball auf, aber auch Basketball und Volleyball sind typische Sportarten, bei denen es zu Kreuzbandverletzungen kommen kann. In unserer Region sind insbesondere Fußball und Skilaufen die Hauptursachen für Kreuzbandverletzungen.

    Die Auswertung einer großen amerikanischen Statistik mit mehr als 500.000 Skiverletzungen zeigte, dass bei 26% aller Verletzungen die Bänder des Kniegelenkes bei Skiunfällen betroffen sind. Während Anfang der 70er Jahre die Kreuzbandverletzungen mit 3,5% aller "Skiverletzungen" einen bescheidenen Rang einnahm, stieg dieser Verletzungstyp Mitte der 90er Jahre auf 20% aller Verletzungen an. Als Ursache wird die Weiterentwicklung der Skier (Carving-Ski) angenommen. Eine Ursache dieses Phänomens ist aber auch, dass andere schwere Verletzungen beim Skilauf (wie z.B. Schienbeinbrüche) durch die Verbesserung der Skibindungen und der Skischuhe abgenommen haben.

  • Funktion

    Das vordere Kreuzband ist einer der wichtigsten Stabilisatoren des Kniegelenkes und gilt, zusammen mit dem hinteren Kreuzband, als zentraler Pfeiler. Wie der Name schon sagt, verlaufen die beiden Kreuzbänder kreuzförmig von der Schienbeinkopfmitte zu einer Grube im Oberschenkelknochen.

    Sie stabilisieren das Kniegelenk in Laufrichtung, verhindern also, dass sich der Oberschenkel über den Unterschenkel nach vorne oder nach hinten verschiebt. Das vordere Kreuzband spannt sich an, wenn der Unterschenkel nach vorne und das hintere Kreuzband nach hinten ausweichen will.

    Zudem sind die Kreuzbänder und auch die anderen Bänder des Kniegelenkes mit wichtigen Nervenrezeptoren ausgestattet, die unserem Gehirn die Stellung des Kniegelenks im Raum mitteilen und die Spannung der verschiedenen Muskelgruppen damit regulieren.

    Eine Ruptur (Riss) des vorderen Kreuzbandes - das hintere Kreuzband reißt wesentlich seltener (auf 100 vordere Kreuzbandrisse kommen ein bis zwei hintere Kreuzbandrisse) - bedeutet also eine Ruptur eines der zentralen Stabilisatoren des Kniegelenkes.

    In der Regel treten gleich nach dem Unfall Instabilität, Schmerzen beim Bewegen und ein Erguss im Kniegelenk auf.

    Bei wieder hergestellter Muskelfunktion macht sich eine VKB-Ruptur beim normalen Gehen nicht unbedingt bemerkbar. Erst bei Ermüdungserscheinungen, Unkonzentriertheit oder bei Sportarten mit schnellen Drehbewegungen kommt es zu einem so genannten Pivoting, d.h. der Oberschenkelknochen rollt über das äußere hintere Schienbeinplateau hinweg und kann dabei insbesondere den Außenmeniskus, Innenmeniskus und auch den Gelenkknorpel schädigen.

    Ein derartiges "Pivotieren" (Wegrutschen) kann, wenn es mit einer gewissen Geschwindigkeit oder Wucht auftritt, einen großen Schaden im Kniegelenk anrichten (z.B. Knorpelabscherung).

    Aus diesem Grund sollte bei einem sportlich aktiven oder einem  beruflich stark belasteten Menschen das vordere Kreuzband auf  jeden Fall operiert werden. Mit Muskeltraining allein können in der  Regel keine ausreichende Sicherheit und Stabilität für eine sportliche  Beanspruchung erreicht werden.

  • Verletzungsmechanismen

    • Überstreckungstrauma mit Durchstrecken des Kniegelenkes,  z.B. bei plötzlich bremsendem Ski und Abschlagen des vorderen  Kreuzbandes in der Intercondylengrube
    • Riss des Kreuzbandes bei plötzlicher starker Beugung des  Kniegelenkes, z.B. beim Aufkommen nach einem Sprung und  durch Zurückfallen in eine tiefe Hocke aufgrund des  Kontrollverlustes
    • Ein dritter, häufiger Mechanismus ist ein Wegdrehen des Innen-  oder Außenskis bei gebeugtem Kniegelenk in X-Bein-Stellung  und einem fixierten Unterschenkel. Hierbei kommt es in der  Regel erst zu einer Innenband- und Innenmeniskusruptur und in  der Folge zu einer vorderen Kreuzbandruptur
  • Diagnostik

    Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen und eine Sonographie der betroffenen Schulter gestellt.

  • Therapie

    Die Behandlung erfolgt durch Gabe entzündungshemmender Medikamente oder Injektionen mit Steroiden und Lokalanästhetika in den entzündeten Schleimbeutel zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette.

    Bei hartnäckigen Beschwerden bringt die extrakorporale Stoßwellenbehandlung (ESWT) gute Erfolge.

    Bei Erfolglosigkeit der konservativen Methoden kann die operative Entfernung zum Erfolg führen. In der Regel wird dieser Eingriff endoskopisch durchgeführt und führt rasch zu einer Entschmerzung. Wir führen diesen Eingriff unter ambulanten oder stationären Bedingungen im Kreiskrankenhaus Eggenfelden durch. Einen Überblick über die operativen Eingriffe, die durch unsere Fachärzte in den letzten Jahren durchgeführt werden, finden Sie hier (als PDF).

Vorderes Kreuzband